Türöffner- und Möglichmacherinnen

Seit kurzem sind Petra Elmer und Ingrid Erdmann in der Lincoln-Siedlung im Einsatz. Als Quartiersmanagerinnen begleiten sie die Entwicklung der Siedlung. Sie helfen beim Aufbau von Nachbarschaften, vernetzen die Bewohnerinnen und Bewohner von Lincoln und unterstützen sie beim Ausbau von Angeboten.

Wer Petra Elmer und Ingrid Erdmann besuchen möchte, der muss aktuell noch über eine Schotterfläche gehen, um zur Quartierswerkstatt (alte Tankstelle) zu kommen. Dort nämlich haben die beiden Quartiersmanagerinnen für die Lincoln-Siedlung ihre Zelte aufgeschlagen und bieten zweimal wöchentlich eine Sprechstunde an – für Bewohnerinnen und Bewohner, für Nachbarn aus umliegenden Siedlungen, aber auch für alle, die sich für Wohnen auf Lincoln und das Entstehen des neuen Stadtteils interessieren.

Dabei sehen die beiden Sozialarbeiterinnen ihre Aufgabe jedoch weniger darin, auf „Kundschaft“ zu warten, als darin, aktiv auf die Menschen zuzugehen. „Wir möchten beim Aufbau nachbarschaftlicher Strukturen unterstützen und Menschen vernetzen – miteinander, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umliegender Stadtteile, aber auch mit Vereinen, Institutionen und Organisationen“, sagt Elmer, und ihre Kollegin Erdmann ergänzt: „Aktuell versuchen wir, herauszufinden, was sich die Menschen von dem neuen Stadtteil wünschen.“

„Wir sammeln Ideen, was gemeinsam hier umgesetzt werden könnte.“
- Ingrid Erdmann

Eine spannende Aufgabe, denn Lincoln ist als buntes Quartier für Menschen aller Einkommensund Altersklassen angelegt. Hier treffen Senioren auf Studierende und Wohnprojekt-Teilnehmer auf Familien – eine Mischung, die den Reiz der Siedlung ausmacht, die aber auch zu Meinungsverschiedenheiten führen kann. Dies umso mehr, da in einigen Jahren rund 5.000 Menschen auf Lincoln leben werden. Gelebte Nachbarschaften sind da wichtige Säulen für ein lebendiges Quartier.

„Wir möchten beim Aufbau nachbarschaftlicher Strukturen unterstützen und Menschen vernetzen.“
- Petra Elmer

Ein paar Anregungen haben Elmer und Erdmann bereits gesammelt: Eine Bewohnerin vermisst einen kleinen Wochenmarkt, von einer anderen stammt die Idee, einen Flohmarkt zu veranstalten. Und auch eine Krabbelgruppe und ein mobiles Café waren bereits im Gespräch. Die Quartiersmanagerinnen stehen bei der Umsetzung dieser Wünsche zur Seite, zum Beispiel durch Vernetzungsarbeit. Anfang November waren Lincoln-Bewohnerinnen und -Bewohner zudem zu einer ersten Ideensammlung für 2017 eingeladen. Wer sich zusätzlich engagieren möchte, ist herzlich zur Sprechstunde eingeladen. Erdmann und Elmer sehen sich dabei jedoch nicht als Organisatorinnen, sondern als Sprachrohr und als Netzwerkerinnen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern mit ihren Kontakten und ihrer Erfahrung dabei helfen, Angebote umzusetzen. „Wir sind die Schnittstelle“, bringt es Elmer auf den Punkt, und meint damit, dass die beiden sowohl die Kontakte zur Stadtverwaltung als auch zu gemeinnützigen Trägern, zu Vereinen, aber auch zu den umliegenden Kirchengemeinden und zur bauverein AG haben.

Zwar wohnen im Moment erst rund 600 Menschen in der Siedlung, dennoch ist es wichtig, neue Nachbarschaften von Anfang an gut zu begleiten. „Wir freuen uns, wenn wir mit Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch kommen“, so Ingrid Erdmann. Demnächst wollen Petra Elmer und Ingrid Erdmann durch die Siedlung ziehen und sich vorstellen. Für alle, die die beiden nicht antreffen, haben sie folgenden Tipp parat: „Schauen Sie in der Quartierswerkstatt vorbei, lernen Sie uns kennen!“

"Wir sind die Schnittstelle"