Nachbarschaft spielt eine wichtige Rolle

77 Wohnungen sollen nach aktuellem Stand auf dem Baufeld 3.3 entstehen – in einem Wohnkomplex, dessen Form genauso ungewöhnlich ist wie das Konzept für die Gemeinschaftsflächen. Der Entwurf stammt vom Frankfurter Büro „Schönau_Architektur“. 

Wer den Entwurf sieht, den Matthias Schönau für die Auslobung auf Baufeld B3.3 vorlegte und mit dem er die Jury überzeugte, den erstaunt zunächst einmal die Höhe des Gebäudekomplexes. Dieser ist nicht allein durch seine mäandernde Form auffällig, deren Spitze genau auf die Quartiersmitte zeigt. Zum Hingucker wird der Bau vor allem durch drei, auf einen ansonsten zweistöckigen Bau aufgesetzte Türme, die auch noch mit unterschiedlichen Höhen spielen. Ein sehr prägnanter, vor allem aber dynamischer Entwurf, dessen Arbeits­titel anfangs „Dorf und Turm“ lautete. 

Den als Kontrast zu den aufstrebenden Türmen gedachten Begriff „Dorf“ wählte Matthias Schönau indes nicht ohne Hintergedanken: Alle 43 im Gebäudekomplex untergebrachten Wohnungen für ältere Menschen sind in dem zweigeschossigen, auch optisch abgehobenen Sockel untergebracht und als „lineares Dorf“ angelegt. Während den Wohnungen im Erdgeschoss kleine Plätze vorgelagert sind, wo die Bewohner Bänke aufstellen können, die sich für nachbarschaftliche Beziehungen nutzen lassen, sorgt im ersten Stock ein alle Wohnungen verbindender, überdachter Rundgang dafür, dass die Bewohner witterungsunabhängig flanieren können. „Die Idee ist, auch im zweiten Stock Begegnungsorte zu schaffen und den älteren Bewohnern die Möglichkeit zu geben, sich in sicherer Umgebung zu bewegen“, erklärt der Architekt. 

Überhaupt spielt die Begegnung in diesem Entwurf eine wichtige Rolle. Durch die Mäander-Form des Baus entstehen zwei Höfe, von denen der große, mit Bäumen bestandene bewusst einen offenen Charakter hat und allen Siedlungsbewohnern offenstehen soll. Der durch raumbildende Hecken gefasste kleine Platz dagegen ist als intimerer Treffpunkt für die Bewohner der Anlage gedacht. Clou des Entwurfes aber ist die „grüne Etage“, die auf dem Sockel, zu Füßen der Türme thront. Als Treffpunkt für Bewohner aus „Sockel“ und „Türmen“ angelegt, kann die rund 800 Quadratmeter große Fläche für Urban Gardening und einen Spielplatz genutzt werden. Der Zugang erfolgt per Aufzug und über drei Treppenhäuser. 

In den „Wohntürmen“ sind 34 frei finanzierte Wohnungen untergebracht, die allesamt über eine tolle Aussicht sowie über einen schubladenartig aus dem Gebäude herausgezogenen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Von dem voraussichtlich in dunklem Klinker gehaltenen Gebäudesockel heben sich die weißen Türme kontrastreich ab. Die Mehrzahl der Pkw-Stellplätze wird in Quartiersgaragen untergebracht. Vorgesehen sind außerdem zahlreiche überdachte Radabstellplätze und zwölf dezentrale Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge. 

  • 77 Wohnungen
  • 34 frei finanzierte  Mietwohnungen
  • 43 Wohnungen im Bereich zielgruppenorientiertes Wohnen
  • 24 davon im geförderten Wohnungsbau